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Der 1. Schritt in die digitale Welt: Ziele definieren

Photo by John Mark Arnold on Unsplash
Photo by John Mark Arnold on Unsplash

Es kann sicherlich Spaß machen, sich einfach mal auf Reisen zu begeben, irgendwo anzuhalten ohne etwas über den Ort zu wissen, und abzuwarten, was passiert. Man kennt weder die Personen um sich herum, noch weiß man, welche Sprache gesprochen wird, oder ob es Verhaltensregeln gibt. Trotzdem kann man es ja einfach mal versuchen und wildfremden Menschen Dinge zuschreien. Verwunderlich, dass sie einen dabei nur merkwürdig angucken und nicht mit einem reden oder gar befreundet sein wollen. Und eigentlich weiß man selbst auch gar nicht, was man dort eigentlich will. Aber schließlich ist jeder dort.

 

So oder so ähnlich kommt es mir bei vielen Social Media-Aktivitäten von Unternehmen und auch Bibliotheken vor. Man ist auf Facebook, Twitter und hat einen eigenen Blog, weil „das jeder macht“. Wenn Du bisher genauso argumentierst, dann: Herzlichen Glückwunsch! Denn dieser Artikel ist für Dich.

 

Was dem Ganzen fehlt sind Ziele. Die Definition von Zielen ist der erste Punkt einer Social Media-Strategie, die die gesamten Aktivitäten steuert, messbar macht, und an dessen Ende die Einrichtung entsprechender Kanäle steht (ja richtig, die kommen zum Schluss).

Monitoring – wie sieht die Ist-Situation aus?

Um Ziele definieren zu können, muss man sich im ersten Schritt darüber klar sein, wo die Bibliothek steht. Sind bereits Social Media Aktivitäten vorhanden? Wie groß ist die Reichweite? Wie sieht es bisher mit der Interaktion aus (Likes, Kommentare, geteilte Inhalte)? Bitte halte Dich dabei nicht mit der Anzahl der Follower auf, die Zahl sagt nichts über den Erfolg einer Seite aus (warum, erkläre ich in einem späteren Artikel). Außerdem solltest Du auswerten, wie das Image der Bibliothek nach außen ist. Sind positive Kommentare zu verzeichnen, oder auch Kritik? Googel dabei auch die Bibliothek und sieh Dir entsprechende Foren-Beiträge an. Aufschreiben, abspeichern – erster Punkt erledigt.

Zielgruppen – wen möchte ich erreichen?

Bevor man sich nun direkt Gedanken über die eigenen Ziele macht, muss zunächst herausgefunden werden, ob und wo die Zielgruppe im Social Web aktiv ist und was sie erwarten. Dafür muss man wissen, „wer“ diese Zielgruppe eigentlich ist. Also, wen wollen die Bibliotheken erreichen? Generell werden immer die Menschen aus der Region angesprochen. Hochschulbibliotheken setzen außerdem einen Fokus auf Studenten, und einige Professoren. Was wird an der Hochschule gelehrt? Kunststudenten werden oft andere Interessen haben als BWL'er.

Öffentliche Bibliotheken können sich überlegen, wen sie besonders ansprechen wollen: Familien, Jugendliche, Digital Natives, Generation 50+,... dabei gibt es viele Möglichkeiten, aber an welcher Stelle besteht vielleicht Nachholbedarf? Man kann natürlich auch mehrere Zielgruppen definieren und später dementsprechend mehrere Kanäle aufbauen (z.B. ein Blog für Familien und Twitter um die Jugendlichen zu erreichen).


Anschließend sollte man versuchen einzuschätzen, was diese Zielgruppe bewegt: welche Themen sind interessant, möchte die Zielgruppe unterhalten werden oder Fakten auf den Tisch gelegt bekommen? Und vor allem: macht euch Gedanken um den vorherrschenden Jargon. Ich möchte bitte von keiner Bibliothek lesen, die es sich zum Ziel gemacht hat, Jugendliche anzusprechen und einen Post mit „sehr geehrte Leser...“ anfängt. Es geht schließlich im Social Media Marketing nicht darum, die Persönlichkeit des Bibliothekars nach außen zu zeigen, sondern darum, der Zielgruppe das zu geben, was sie interessiert und fesselt. Stellt euch mit der Leserschaft auf eine Stufe und sucht den Dialog!

Ziele – was soll erreicht werden?

Zielgruppe definiert? Super! Weiter geht es mit den Zielen.

Welche Ziele hat sich eure Bibliothek für die nächsten Jahre auferlegt? Grundsätzlich sollen Aktivitäten im Social Web immer die gesamten Unternehmensziele unterstützen. Mögliche Ziele könnten sein:

  • die Bibliothek bekannter machen

  • neue Zielgruppen erreichen, eine höhere Reichweite

  • Aufbau von Beziehungen zu Nutzern

  • mit der Zielgruppe in den Dialog treten, Wünsche erfahren, Trends erkennen

  • Steuerung des Bibliotheksimages

  • mehr Veranstaltungsbesucher

  • Aufbau von Beziehungen zu Multiplikatoren (z.B. Presse, Blogger)

  • Verbesserung des Supports

  • interne Prozesse optimieren, Wissenstransfer

  • die Bibliothek als Arbeitsplatz attraktiver gestalten

Dies ist nur ein Auszug und jede Bibliothek wird individuelle Ziele für die Zukunft definieren, die sich von anderen weit unterscheiden können. Hat man sich nun auf eines diese qualitativen Ziele geeinigt, geht es im nächsten Schritt darum, dieses auf ein quantitatives Ziel einzugrenzen. Ein quantitatives Ziel zeichnet sich dadurch aus, dass es konkret durch Kennzahlen messbar ist. Des weiteren sollte es mit den vorhandenen Mitteln (Mitarbeiter, Budget, Hard-, Software) erreichbar und terminiert sein. Beispiele für solche Ziele:

  • Steigerung der Reichweite auf Facebook um 10% bis zum 30.05.2016.

  • Verlagerung von 50% der Supportanfragen bezüglich der Onleihe auf ein eigens eingerichtetes Forum bis zum Jahresende.

  • Steigerung der Interaktionen auf Twitter (Retweets, Favoriten) als Reaktion auf unsere Tweets um 15% innerhalb eines Jahres.

  • Start einer Pinterest-Seite und erreichen von 200 Followern innerhalb von drei Monaten.

Als Grundlage für die Änderungen dienen die Ist-Werte, die im ersten Schritt zusammengetragen wurden.

Fazit

Viele Bibliotheken starten immer noch ohne große vorherige Überlegungen ins Social Web und verzeichnen dabei eher mäßige Erfolge. Um das zu ändern, sind definierte Ziele als erster Teil einer Gesamtstrategie notwendig. Durch die messbaren Werte kann man Erfolge schnell erfassen und auch als Diskussionsgrundlage nutzen. Außerdem motiviert eine Zielsetzung dazu, dass man dieses Ziel auch erreichen möchte und es ist ein zusätzliches Erfolgserlebnis, wenn es schließlich soweit ist.

Als nächstes werde ich Dir verschiedene soziale Netzwerke vorstellen und Möglichkeiten, wie man anhand der Zielgruppe die richtige Plattform für seine Inhalte auswählt.

 

Nun liegt es also an Dir: welche Ziele willst Du im Social Web für Deine Bibliothek erreichen?

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Wer schreibt?

Daniela.

FaMI. Online Marketing Managerin. BWLerin. Texterin. Leidenschaftlicher Geek.
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