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"Bibliothekar klaut Fotos bei Google!" — Wie man tolle Bilder legal verwendet

Photo by Anthony DELANOIX on Unsplash
Photo by Anthony DELANOIX on Unsplash

Bilder sind die Essenz einer jeden Website. Mit den passenden Grafiken kann man es dem Leser  leichter machen, den geschriebenen Text zu verstehen. Sie lockern die Optik auf, weisen als Icons auf weitere Inhalte hin, oder sind einfach nur schön anzuschauen.

Doch woher bekommt man solche Bilder? Verfügt die Bibiothek über kein eigenes Bildarchiv, müssen andere Quellen herhalten. Einfach ein Bild zu googeln und es auf die eigene Seite einzubinden, ist dabei der falsche Weg. Denn jedes Bild steht unter einem Urheberrecht und die freie Nutzung ist in den meisten Fällen verboten. Eine Möglichkeit wäre es, die Nutzungsrechte von Stockfotos , z.B. von Fotolia, zu erwerben, was aber mitunter sehr teuer werden kann.

Günstiger dagegen sind Grafiken mit gelockerten Nutzungsbedingungen, sogenannten "Creative-Commons-Lizenzen".

Was bedeutet eine Creative Commons Lizenz?

Creative Commons (CC) ist eine gemeinnützige Organisation, die Standart-Lizenzen entwickelt hat, anhand derer ein Urheber auf einfache Art und Weise festlegen kann, ob und wie sein Werk verwendet werden darf. Unter Creative Commons (CC) verbirgt sich also nicht nur eine Lizenz, sondern es ist der Oberbegriff für mehrere mögliche Lizenzen. Welche Bedingungen an die Nutzung verknüpft sind, erfährt man anhand der Kürzel und Icons:

by — Der Name des Urhebers muss genannt werden

nc — Das Bild darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden

nd — Das Werk darf nicht verändert werden

sa — Das Werk muss nach Veränderung unter der gleichen Lizenz weitergegeben werden

Anhand dieser Rechtsmodule ergeben sich sechs mögliche Kombinationen, auf die man stoßen kann. So schließen sich nd und sa logisch gegenseitig aus, und eine Namensnennung ist bei allen Modulen Mindestbedingung. Die CC-Lizenzen sind im folgenden Bild angeordnet nach ihrer Offenheit: von der Gemeinfreiheit ("Public domain") bis zu "Alle Rechte vorbehalten" ("All rights reserved").

(Creative commons (the original CC license symbols), the combined work by Shaddim and is hereby cc-by-4.0 licensed.)
(Creative commons (the original CC license symbols), the combined work by Shaddim and is hereby cc-by-4.0 licensed.)

Die Creative Commons schlugen 2010 das Public Domain Mark als Symbol zur Anzeige von Schöpfungen vor, die frei von Copyright-Ansprüchen und damit in der Public domain (PD) sind, also frei von jeglichen Urheberrechten. Heißt: Du darfst damit so ziemlich tun und lassen, was Du möchtest.

Schicke Bilder für lau unter CC-Lizenz

Nun stellt sich natürlich die Frage: woher bekommst Du die Bilder mit den entsprechenden Lizenzen? Dafür gibt es diverse Plattformen. Einige von ihnen stelle ich Dir hier vor, die ich teilweise auch selbst nutze. Bedenke dabei aber: wir sprechen hier von Bildern, die man für die eigene Website oder den eigenen Blog nutzen kann. Bei Social Media Auftritten gibt es manchmal extra Social-Media-Lizenzen, da mit dem Hochladen auf Facebook und Co. Rechte an Dritte weitergegeben werden, also den Plattformen selbst. Das ist individuell vorher zu klären und ist meist den Nutzungsbedingungen des Anbieters zu entnehmen.

1. Pixabay

Ich liebe Pixabay. Ehrlich. Alle Bilder stehen zur freien Verwendung und Verbreitung, ohne dass eine Namensnennung erforderlich ist. Ich habe bisher zu jedem Thema dort hochwertige Grafiken gefunden. Besonders zu empfehlen: Klick mal in die rechte obere Ecke auf "Explore" und "Editor's Choice". Das Team von Pixabay hat an dieser Stelle einige besonders schöne Bilder rausgesucht.

2. Picjumbo

Auf einer eigens angelegten Plattform namens picjumbo bietet der Webdesigner Victor Hanascek seine Bilder kostenlos zum Download an. Es stehen zwar nicht sehr viele Grafiken zur Auswahl, dafür sind es sehr schöne Arbeiten, die nicht so oft verbreitet sind, wie manch andere.

3. Unsplash

Bei Unsplash bekommt man alle zehn Tage zehn Fotos. Dafür meldet man sich an und bekommt automatisch alle zehn Tage einen Downloadlink an sein E-Mail Postfach gesendet. Die Bilder haben eine sehr hohe Auflösung und eignen sich auch besonders gut für diverse Hintergründe. "Do whatever you want" heißt es dort auch bei der Lizenz.

4. Gratisography

Ryan McGuire ist Betreiber der Seite Gratisography und stellt jeden Tag ein neues Bild ein. Wer etwas "andere" Bilder sucht, die auch humorvoll sind, ist auf dieser Plattform richtig. Wenn dir seine Arbeiten gefallen, kannst du dem Fotografen , wie bei den meisten anderen Platformen auch, eine Spende via Paypal zukommen lassen und ihm somit einen Kaffee spendieren.

5. Death to the Stock Photo

Der Name ist Programm: Die Seite  Death to the Stock Photos macht Schluss mit langweiligen, oft gesehenen Grafiken und punktet mit hochwertigen Bildern. Diese bekommt man, indem man seine E-Mail Adresse einträgt, monatlich per Mail zugeschickt. Die Bilder können außerdem für Social-Media Accounts genutzt werden.

6. New Old Stock

Die Bilder bei New Old Stock sind etwas ganz besonderes. Bei diesem Projekt werden Bilder aus öffentlichen Archiven gezogen, die gemeinfrei sind, da das Urheberrecht abgelaufen ist. Daher sind diese Bilder auch sehr speziell, lassen einen aber damit einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Fazit

Du weißt spätestens jetzt, worauf man bei Bild-Lizenzen achten muss und was sie bedeuten. Und Du hast nun einige Quellen kennen gelernt, mit denen Du kostenfrei und ohne schlechtes Gewissen das Bildarchiv eurer Bibliothek auffüllen kannst.

Und auch wenn eine Namensnennung unter einer Public domain nicht vorgeschrieben ist: Jeder Mensch wird gern für seine Arbeiten gelobt. Ein Hinweis auf den Schaffenden ist daher immer auch ein nettes Zeichen der Wertschätzung. Und jetzt kommt der schönste Part: stöbere durch die verschiedenen Archive und lass dich inspirieren! Viel Spaß!

 

Woher bezieht Deine Bibliothek eure Bilder für eure Website? Welche Tipps kannst Du aus der Praxis weitergeben? Hinterlass gerne einen Kommentar dazu.

 

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Wer schreibt?

Daniela.

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